Im Gespräch mit . . .

 

Dr. Heinz Ebbinghaus

Palliativmediziner aus Soest

 

 

   

 

 

Dr. Heinz Ebbinghaus ist Allgemeinmediziner und Palliativ-Arzt in Soest. Als Mitglied des Lenkungsteams im Palliativnetz Soest-HSK hat er die Bemühungen um ein stationäres Hospiz für den Kreis Soest schon viele Jahre begleitet und unterstützt.

 

In NRW gibt es bereits 59 stationäre Hospize mit über 500 Plätzen. Warum ist ein stationäres Hospiz für den Kreis Soest trotzdem sinnvoll und wichtig?

Wenn man sich die Karte von NRW anschaut, sieht man, dass Soest ein großer weißer Fleck in der Hospizlandschaft ist. Das bestätigt auch ein Gutachten zur Hospizversorgung in NRW. Die demographische Entwicklung zeigt, dass die Menschen immer älter werden. Sie bleiben aber nicht automatisch gesünder. Das heißt, dass wir immer mehr pflegebedürftige Menschen bekommen, und Menschen, die an bösartigen Erkrankungen leiden, nehmen ebenfalls deutlich zu. Wir wissen auch, dass mindestens 70 Prozent der Menschen zu Hause sterben wollen. Das wird mit Patchwork-Familien und voll berufstätigen Angehörigen aber immer schwieriger zu gewährleisten.

 

Weil die Betreuung zu Hause nicht gewährleistet werden kann?

Genau. Das Hospiz bietet die Möglichkeit und die Rahmenbedingungen, unterguter Versorgung des Beschwerdekomplexes wie zum Beispiel Schmerzkontrolle, Verdauungskontrolle etc. gut versorgt in einer häuslichen Umgebung sterben zu dürfen. Und zwar unter Wahrung der Autonomie und Würde des Sterbenden. Ich bin froh, dass wir nach so vielen Jahren endlich einen Konsens zwischen den verschiedenen Akteuren des Gesundheitssystems finden konnten, um eben die hospizliche Versorgung im Kreis Soest im Sinne unserer Patienten deutlich zu verbessern.

 

Sie sind Facharzt für Palliativmedizin im Palliativnetz Soest-HSK. Was wird Ihre Aufgabe im stationären Hospiz sein?

Es gibt immer noch Patienten, denen gesagt worden ist „Wir können nichts mehr für Sie tun“. Das ist ein Satz, der aus dem Mund eines Mediziners gestrichen werden muss. Denn auch wenn wir nicht mehr heilen und den Patienten gesund bekommen können, sind wir als Ärzte und Palliativmediziner dazu aufgefordert, die bestehenden Beschwerden der Patienten zu lindern. Man spricht von einer guten „Symptomkontrolle“. Dazu gehört zum Beispiel die Schmerztherapie. Die Wünsche des Patienten stehen dabei im Mittelpunkt, wir drängen uns nicht auf, sondern bieten an. Dazu braucht man schon ein gewisses Maß an Offenheit, Kreativität und man muss improvisieren können. „Geht nicht, gibt’s nicht“. Das macht die Arbeit in der Palliativmedizin anspruchsvoll, aber auch interessant und reizvoll, denn: „einfach kann jeder“. Einer allein kann dieses nicht leisten, dazu braucht man auch im stationären Hospiz Versorgungsstrukturen und Netzwerkarbeit. Hier sind viele Akteure im Boot, die als Team die Versorgung und Betreuung der Patienten gewährleisten.

 

Das Interview führte Nina Burkhardt, station. Hospiz für den Kreis Soest

 

 

 

 

 

 

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