Im Gespräch mit . . .

 

Waldemar Hampel

 

   

 

 

„Wir brauchen eine Stärkung der Sterbekultur“

 

Waldemar Hampel leitete 22 Jahre das Adolf-Clarenbach-Haus in Soest, ein Pfle­geheim des Evang. Perthes-Werk. Aus beruflicher Notwendigkeit und persönli­cher Überzeugung beschäftigte er sich schon früh mit der Hospizversorgung im Kreis Soest. Heute setzt er sich als Botschafter für das stationäre Hospiz für den Kreis Soest ein.

 

Herr Hampel, Sie haben die Entstehung des stationären Hospi­zes für den Kreis Soest viele Jahre begleitet. Sie waren und sind einer der wichtigsten „Begeisterer“, der unser Anliegen vielen Vertretern aus Politik, Gesundheitsbranche und Wirtschaft ins Bewusstsein gerufen hat. Woher nehmen Sie die Kraft für Ihren unermüdlichen Einsatz?

Die Kraft nehme ich aus der Erfahrung, dass ich im Altenheim junge Patienten, der jüngste war 30 Jahre, die keinen Hospizplatz bekamen, bei uns im Haus aufgenommen und gepflegt habe. Der Vergleich zur Begleitung im stationären Hospiz, ich habe zwei mir nahe stehende Kollegen auf ihrem letzten Weg begleitet, zeigte, was das Altenheim leisten kann und wo die personellen Grenzen sind. Also habe ich, im Wissen um die Bemühungen der ambulanten Hospizvereine, die Idee im Pertheswerk vorangetrieben. Nach meinem Ausscheiden aus dem Beruf habe ich beschlossen, so lange am Hospiz weiterzuarbeiten, bis es steht. Das will ich und werde ich zu meinen Lebzeiten noch realisiert sehen!

 

Aktuell ist die hospizliche Kultur in Pflegeeinrichtungen ein großes politisches Thema. Frage an Sie als Fachmann: Wohin wird die Reise gehen?

Genau der Weg, der jetzt in der Diskussion ist, ist der richtige: palliativmedizinische Versorgung verbessern, Unterstützung für mehr Personal und mehr Fachpersonal. Was dringend erforderlich ist, ist eine Stärkung einer guten Sterbekultur, der optimalen medizinischen Versorgung und eine bessere Qualifizierung der Mitarbeiter in allen Pflegeheimen.

 

Welche Rolle wird das stationäre Hospiz bei der Versorgung Schwerstkranker im Kreis Soest spielen?

Hospize werden immer gebraucht werden, in der Zukunft noch viel mehr. Denn das stationäre Hospiz schließt die Lücke der Palliativmedizin im Kreis Soest für all jene, die nicht ins Altenheim gehen und die zu Hause nicht versorgt werden können. Alles was ambulant nicht machbar ist, übernimmt das Hospiz.

 

Das Interview führte Nina Burkhardt, station. Hospiz für den Kreis Soest

 

 

 

 

 

 

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